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Netzplanung auf dem Jakobsweg am 20.03.2016

Der Tag beginnt herrlich und mit anhaltendem Sonnenschein. Wir treffen uns am Parkplatz von Einsingen – und alle sind pünktlich. Der Vorschlag, sich in Einsingen auch einzusingen, stößt nicht auf Gegenliebe, daher werden sofort die Autos positioniert (im Parkhaus am Ziel und bei Netto am Start).IMG_2195_jupDie Truppe ist leider etwas klein, da einige Teammitglieder verhindert waren oder erkrankt sind. Alle teilnehmenden Pilger – also Thorsten, Claudia, Daniel S., Katharina und Nadine mit Freund Benny und Neffe Jonas – versammeln sich vor der ersten Muschel und die Wanderung beginnt, siehe Beweisfoto.

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Der erste Teil des Weges verläuft durch das Gewerbegebiet von Einsingen. Schon nach wenigen Metern stellen wir fest, dass durch einen neu angesiedelten Betrieb unser Weg durch Tore mit großen Schildern „Durchfahrt verboten“ versperrt ist. Natürlich lassen wir uns nicht abschrecken und finden, dank geographischem Spürsinn und GPS-Tracker, eine Ausweichroute, müssen also nur kurz vom rechten IMG_2201_jupWeg abweichen. Dann geht es gemütlich weiter. Unser Tempo ist dank kleiner Mitwanderer nicht besonders hoch, das Gepäck wird schön im Bollerwagen gefahren.

 

 

 

 

Wir erreichen nach Feldern einen Wald, wo sich bei den kleineren Teilnehmern erste Ermüdungserscheinungen zeigen. Wie gut, dass der Bollerwagen dabei ist. Schon bald gelangen wir in einen Ortsteil von Ulm, dort geht es steil hinauf.

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Oben angekommen befinden wir uns nun auf dem Kuhberg und können eine wunderbare Aussicht genießen. Auch von einem Burgwall lassen wir uns nicht aufhalten.

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Dennoch bietet der Gipfel Möglichkeit für eine kleine Pause, die willkommen angenommen wird.

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Der Blick auf das Ulmer Münster erfreut uns dabei und lässt unser Ziel erkennen.

 

IMG_2211_jupDoch noch sind wir längst nicht da. Es geht erst mal steil bergab und wir erreichen nach der ländlichen Landschaft die dicht bebauten Gebiete Ulms. Wir schlagen uns also wacker durch den Großstadt-Dschungel und kämpfen uns Richtung Innenstadt vor. Es gelingt uns erfahrene Wanderer ohne Probleme und wir gelangen nach 13 Kilometern – und ohne Zeitnennung – zum Ulmer Münster! Das Beweisfoto zeigt, wir haben alle überlebt und es geht uns gut!

IMG_2217_jupDoch unser Ausflug ist selbstverständlich noch nicht am Ende. Wir haben zwar das Pilgern hinter uns gelassen, doch der sonnige Tag wird noch genutzt. Und eine Belohnung muss natürlich auch sein, die haben wir uns redlich verdient. Daher marschieren wir weiter ins nahe gelegene Fischerviertel und bilden uns in Sachen Stadtgeschichte und Sehenswürdigkeiten weiter. Doch natürlich verlieren wir unser neues Ziel, das Pfannekuchenhaus, nicht aus den Augen und erreichen es sogar eine Stunde früher als gedacht! Zum Glück müssen wir nicht warten sondern können uns direkt nach dem geistigen Wohl der Pilgerreise an das leibliche Wohl begeben.

IMG_2220_jupGeistig und leiblich reich gestärkt beenden wir also unseren Pilgerausflug, holen die Autos und begeben uns glücklich auf die Rückfahrt.

Wir alle werden den Tag gut in Erinnerung behalten, denn es war wirklich schön und hat sich sehr gelohnt! Eine Wiederholung, selbstverständlich auf einer anderen Strecke, ist angedacht.

 

Euer Netzplanungsteam

07. – 10.10.2015 Breitbandberatung auf dem Jakobsweg

07.10.2015: Alpthal – Brunnen (Urkanton Schwyz)
08.10.2015: Brunnen – Stans (Kanton Nidwalden)
09.10.2015: Stans – Sankt Niklausen (Kanton Nidwalden/Obwalden)

Tag 1
Nach langer und ausführlicher Vorbereitung startete am 07. Oktober 2015 unser Projekt, „Breitbandberatung auf dem Jakobsweg“.
Fünf Pilger wagten als Vorhut den Weg in die Schweiz. Die erste Etappe, welche gleich die erste Herausforderung für uns vorgesehen hatte, starteten wir ab Alpthal auf 990 m ü.M. Bei Regen, schwerem Gelände und einem Anstieg von 422 m auf einer Distanz von 4,5 km, kamen wir das erste Mal ins Schwitzen. Leider verbarg sich der erhoffte Ausblick hinter einer dichten Nebelbank und ließ Raum für Spekulationen, doch unserer Laune tat das keinen Abklang. Erschöpft, aber glücklich, erreichten wir auf 1414 m ü.M. den höchsten Punkt am Jakobsweg durch die Schweiz und wurden mit dem ersten Stempel belohnt. Darauf folgte der ca. 1000 m steile Abstieg, meist durch Wälder und bei Regen. Nachdem wir den Wald verlassen hatten, wurden wir für unsere Anstrengungen mit einem wunderschönen Blick auf Schwyz belohnt. Hier wartete der zweite Stempel unserer ersten Etappe auf uns.
In Brunnen wurden wir in unserem Nachtlager, „Schlafen im Stroh“ bei Familie Bucheli, herzlichst willkommen geheißen. Der Bauernhof erweckte unsere Entdeckerlust (Kälbchen und Katzen streicheln, Kickern oder einfach nur Tee trinken).
Bei leckeren Aelplermagronen mit Apfelmus (Gericht aus Makkaroni, Kartoffeln mit Rahm, Käse und Zwiebeln) und einem Bierchen ließen wir es uns gutgehen. Gegen 23 Uhr tauchte die Nachhut auf und staunte nicht schlecht über unsere spärliche, doch gemütliche, Unterkunft. Nach kurzem Austausch über die Eindrücke vom Tag wurden die Schlafsäcke ausgebreitet und jeder hat sein Nachtlager eingenommen. Trotz Kälte und merkwürdigen Geräuschen, hat jeder irgendwann in den Schlaf gefunden.
Jetzt sind wir eine Erfahrung reicher!!

Profil_Tag_1

Profil_Tag_1


Zurückgelegte Distanz: 14,5 km

Abbildung-1_Steiler-Anstieg-zu-Beginn-der-Etappe

Abbildung-1_Steiler-Anstieg-zu-Beginn-der-Etappe

Abbildung-2_Überquerung-von-reißenden-Gewässern

Abbildung-2_Überquerung-von-reißenden-Gewässern

Abbildung_3_Kurze-Erholungspause

Abbildung_3_Kurze-Erholungspause

bbildung-4_Abstieg-bei-Regen-und-Nebel

Abbildung-4_Abstieg-bei-Regen-und-Nebel

Abbildung-5_Wunderschöner-Blick-auf-Schwyz

Abbildung-5_Wunderschöner-Blick-auf-Schwyz

Abbildung-6_Panoramafoto-über-Schwyz

Abbildung-6_Panoramafoto-über-Schwyz

Abbildung-7_Schlafen-im-Stroh-unser-Nachtlager

Abbildung-7_Schlafen-im-Stroh-unser-Nachtlager

bbildung-8_Leckeres-Abendessen-Aelplermagronen-mit-Apfelmus

Abbildung-8_Leckeres-Abendessen-Aelplermagronen-mit-Apfelmus

Tag 2
Breitbandberatung auf dem Jakobsweg – Jäger der spärlichen Stempel
08.10.2015: Brunnen – Stans (Kanton Nidwalden, Schweiz)

Teilnehmer:

09_Eckdaten

09_Eckdaten


Patrick Burger
Nadine Götz
Haiko Höhner
Manuel Hommel
Viktor Lebuku Makasila
Bastian Ludwig
Alexander Schmid
Claudia Stammermann

Und weiter geht die Pilgerreise
Für den 2. Tag unserer Tour haben die Untermalung mit Naturgeräuschen wie Dauerleuten der Kirchenglocken, Warmlaufen eines Traktors in direkter Nachbarschaft zur Scheune und dem entspannenden Bimmeln der Kuhglocken über die Nacht hinweg für eine angemessene Einstellung beigetragen. Mit Unterstützung der Temperatur in der ungeheizten Scheune gelang ein frischer Start aus dem Strohlager in den Tag. Nach einem tatsächlich ausgezeichneten Frühstück in der bäuerlichen Umgebung begann die Tagesetappe kurz vor 9 Uhr mit einem kleinen Marsch zum nahe gelegenen Hafen in Brunnen. Die Fähre brachte uns auf die andere Seite des Vierwaldstätter Sees bis zum Anleger in Treib. Ab dort ging es fortan zu Fuß weiter – stetig bergauf. Gestartet auf Asphalt bei 433 m über NN, später über Wiesenwege bis hin zu geschotterten und mit Laub bedeckten Pfaden führte unser Weg bis auf ca. 809 m über NN kurz vor Emmetten. Hier war der höchste Punkt unserer heutigen Etappe erreicht. Meist asphaltiert führte der weitere Weg von Emmetten über Beckenried und Buochs bis in den Ort Oberdorf. In dem Teilort kurz vor Stans war eines der Fahrzeuge deponiert. Danach folgten Gepäcktransport und Autoversatz an das morgige Ziel. Einen Ausklang in der großen Runde hatten wir in einer Pizzeria in Stans mit der Schweiz-typischen Preisgestaltung. Danach trennten sich die Wege. Der größere Teil der Gruppe trat zu fortgeschrittener Stunde die Heimreise an. Für den Rest folgte mit der Unterkunft in Stans – angepriesen als „Schlafen im Bergheu“ – ein unerwartet komfortabler Schlafplatz mit Vollausstattung und herrlich frischgezapftem Bier.
Stempel für den Pilgerpass waren an diesem Tag mit spartanischer Reichhaltigkeit gesegnet. Von Regen blieben wir glücklicherweise verschont, die Sonne zeigte sich uns konsequent jeweils am gegenüberliegenden Ufer des Vierwaldstätter Sees.
Alles in allem ein gelungener Tag, der mit der gewählten Etappe ein paar Strapazen bereitgehalten hatte und mit etlichen Panoramen rund um den Vierwaldstätter See wieder zu versöhnen wusste.
Zurückgelegte Distanz: ca. 22,2 km

Impressionen:

11_Abbildung 1_Fahrt zum Anleger Treib

11_Abbildung 1_Fahrt zum Anleger Treib

11_Abbildung 2_Anstieg in Richtung Emmstetten

11_Abbildung 2_Anstieg in Richtung Emmstetten

12_Abbildung 3_Blick auf den Vierwaldstetter See

12_Abbildung 3_Blick auf den Vierwaldstetter See

13_Abbildung 4_Vor der Ridli-Kapelle in Beckenried

13_Abbildung 4_Vor der Ridli-Kapelle in Beckenried

14_Abbildung 5_Kuh

14_Abbildung 5_Kuh

Tag 3
Breitbandberatung auf dem Jakobsweg
09.10.2015: Stans – Sankt Niklausen (Kanton Nidwalden/Obwalden)

Schlafen im Stroh vs. Schlafen im Heu, der Unterschied liegt im Staubgehalt. Nach einer angenehmen Nacht, welche von nachtaktiven Tieren, die ebenfalls das Heu für sich entdeckt hatten, begleitet wurde, startete der Tag mit einer noch angenehmeren, warmen Dusche und reichhaltigem Frühstück. Wir – die drei ? – starteten die letzte Etappe um kurz nach 9. Der befürchtete Umweg durch Stans, um wieder auf den Jakobsweg zu kommen, blieb zum Glück aus. Wir verließen Stans in südwestliche Richtung. Eine mehr oder weniger leichte Steigung konnte uns nach den ersten beiden Etappen nichts mehr anhaben. Bis auf eine kleine Verwirrung war der Weg sehr gut ausgeschildert. Es wechselten waldige Strecken mit Kuhwiesen und kleinen Örtchen ab, die wir passierten. Jedoch lernten wir auch, dass ein Schild mit der Angabe „5 Minuten bis zur Kapelle“ auf der Jagd nach Stempeln stimmt, solange man mit dem Schild geht. Auf dem Weg von der Kapelle zurück zu dem Abzweig können 5 Minuten deutlich überschritten werden, was den zurückgelegten Höhenmetern in bergiger Umgebung zu verdanken ist. Dieses steht aber nicht auf dem Schild. Der letzte Teil der letzten Etappe wurde landschaftlich nochmal sehr schön. Vereinzelte, kleine Pilgerstätten luden zum Verweilen ein. Kaffee und ein kleiner Snack standen bereit, eine Bewirtung oder sonstiges Personal war jedoch nicht zu sehen. Alles beruht auf gegenseitigem Vertrauen. Das absolute, im wahrsten Sinne des Wortes, „Highlight“ der Etappe, die Sonne welche wir den Tag zuvor nur aus der Ferne betrachten konnten, hatten wir eingeholt. Wir konnten unsere Jacken ablegen und wanderten im T-Shirt durch malerische Herbstlandschaften und genossen die satten Farben.
Glücklich und gar nicht so erschöpft erreichten wir unser Ziel St. Niklausen gegen 15 Uhr. Wir genossen einen letzten Kaffee und machten uns glücklich und zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken auf die Rückfahrt.

15_Abbildung 1_Heu in der Kiste – Schlafen im Heu

15_Abbildung 1_Heu in der Kiste – Schlafen im Heu

16_Abbildung 2_Blick über Stans beim Start der letzten Etappe

16_Abbildung 2_Blick über Stans beim Start der letzten Etappe

17_Abbildung 3_Bergidylle

17_Abbildung 3_Bergidylle

18_Abbildung 4_Schmale Wege zwischen Kuhwiesen

18_Abbildung 4_Schmale Wege zwischen Kuhwiesen

19_Abbildung 5_SSSSOOOOONNNNNNNNNNNEEEEEE

19_Abbildung 5_SSSSOOOOONNNNNNNNNNNEEEEEE

20_Abbildung 6_Unglaubliche Herbstfarben leuchten in der Sonne

20_Abbildung 6_Unglaubliche Herbstfarben leuchten in der Sonne

Buen Camino

Alex und ich vor dem Stadttor St. Jean Pied de Port, dem Startpunkt der ersten Etappe des Camino Frances

Alex und ich vor dem Stadttor St. Jean Pied de Port, dem Startpunkt der ersten Etappe des Camino Frances

7Uhr in Frankreich an der Grenze zu Spanien: zwei topmotivierte Pilger machen sich auf den Weg, die ersten Etappen des Camino frances zu bestreiten. Nach gemütlicher Übernachtung und einem Frühstück mit regionalen Produkten im Wohnzimmer der Gastgeber bekommen wir von ebendiesen sogar den Pilgerausweis und den ersten Stempel, und das bevor wir einen Meter gelaufen sind.

Als Startpunkt des Weges durchschreiten wir das Stadttor des Ortes St. Jean Pied de Port, um etwa hundert Meter später die erste Pause in der Touristen-Info des Ortes zu machen. Nach fünfminütigem französischem Smalltalk, wobei es eher ein Monolog war, erkennt man, dass deutsche oder englische Sprache besser wäre. Die Wartezeit war aber wichtig. Schließlich erfahren wir, dass der Abstieg auf den letzten 4 Kilometern der Etappe gesperrt ist wegen der heftigen Regenfälle am Vortag, und wir eine Alternativroute nehmen müssen.

Aufmarsch der Pilger

Aufmarsch der Pilger


Blick über St. Jean Pied de Port von der Herberge Orison, ca. 800m Höhe

Blick über St. Jean Pied de Port von der Herberge Orison, ca. 800m Höhe

Nachdem wir den Ort verlassen haben, dann der Schock. Wir finden uns wieder als kleiner Teil einer Pilgerbewegung, die sich schlangenförmig ohne größere Lücken vorankämpft. Wir sind ein kleines Individuum dieses Gesamtkunstwerks. Sollte uns dies schon Demut lehren? Wenn man den Kopf höherschwenkt: ein Blick auf das heutige Tagesziel, den Berg Lepoeder mit 1400m, sieht schwer aus, aber kein Problem für uns.

Diese Einstellung sollte sich schon nach den ersten 6 km ändern, da von denen 5km über 10% Prozent Steigung hatten. Wir standen an dem Ende der Verkehrsstraße und das dauernd vorbeifahrende Taxi und lachende, schadenfrohe Jugendliche verhießen nichts Gutes. Wir mussten uns entscheiden: folgen wir der Hautpstraße und können jederzeit gerettet werden oder wagen wir den Sprung in die Wildnis, ohne Ortschaft auf den nächsten 20km. Nach kurzer Pause haben wir uns natürlich für letzteres entschieden, trotz unklarem Ausgang.

Dank des schweren Aufstiegs lichtete sich immerhin die Pilgerschlange. Entweder weil einige doch die Hauptstraße mit Taxi-Rettungsdienst bevorzugt hatten, vielleicht aber auch, weil ein paar wenige Pilger etwas schneller unterwegs waren. Auf jeden Fall waren wir erleichtert, dass es nur noch 2km bergauf ging und wir danach das Hochplateau erreicht haben. Es kam etwas Alpen-feeling auf, da man immer einige Kuhglocken im Ohr hatte, auch wenn man nirgends Kühe gesehen hat. In den Pyrenäen teilen sich die Funktion des Lärmmachens Schafe, Ziegen und sogar Pferde. Besetzung der ökologischen Nische, Bio-Unterricht, kennt ihr ja.

der letzte Anstieg zum "Lepoeder"

der letzte Anstieg zum „Lepoeder“


der Gipfel ist erreicht

der Gipfel ist erreicht

Nach unzähligen Kilometern in dieser Landschaft, den ersten schmerzenden Füßen und ramponierten Schultern erreichen wir den Abzweig vom gut ausgebauten Feldweg in den unwegsamen letzten Aufstieg zum Gipfel. Zum Glück sind genug Pilger unterwegs, sonst würden wir wohl nicht glauben, dass dies der Weg ist. Im Vergleich zum Anstieg am Morgen erwarteten uns aber nur noch wenige Höhenmeter, die schnell bewältigt sind. Mit unseren amerikanischen Bekanntschaften Courtney und Jerry können wir den herrlichen Ausblick vom Gipfel genießen. Leider ist hier noch nicht das Etappenende. Es folgten 4km Abstieg mit 500 Höhenmetern, die die letzten Bänder, die bisher noch nicht schmerzten, auch noch belasteten, so dass wir schon am ersten Tag einen Ganzkörper-Workout hinter uns hatten.

Abends bekamen wir zum Glück noch einen Platz in der einzigen Herberge des Ortes Roncesvalles. Dieses Kloster hat sich auf Pilger spezialisiert und sämtliche Stockwerke mit umgebauten Kirchenbänken ausgestattet. Irgendwie auch passend zur heutigen Zeit, da gefühlt mehr Leute pilgern als die Kirche besuchen. Das Pilgermahl war sparsam wie erwartet, wir sind ja nicht wegen des ausschweifenden Lebens dort, allerdings vom Preis eher oben angesetzt. Die Übernachtung im Schlafsaal mit 50 Leuten war überschaubar lang und wegen einiger geöffneter Fenster auch kalt.

Nach einem wie erwartet sparsamen Frühstück mit trockenem Toastbrot und amerikanischem Kaffee gings dann los, die Schmerzen waren nach einer halben Stunde weg und man war wieder in dem mentalen nichtsdenken Move-Modus, der allerdings durch einen kurzfristigen Anfall und Befriedigung der Genuss-Nerven (Kippen, gutes Frühstück und Wasser mit Geschmack) unterbrochen wurde. Die zweite Etappe war landschaftlich sehr schön. Im Vergleich zur ersten Etappe mit Waldwegen. Nur der Abstieg auf den letzten Kilometern vermieste uns eine entspannte, schmerzfreie Zeit am Abend.

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Die dritte Etappe führte uns nach Pamplona und wird als Etappe mit Heimaterinnerungen haften bleiben. Zunächst kamen wir am Etappenbeginn an einem Tagebau-Betrieb vorbei, der teilweise wegen Rutschungsgefahr und Baumaßnahmen gesperrt war. Alex als Ruhrpottler kennt zwar eher den Untertagebau, kann der Landschaft aber durchaus etwas abgewinnen. Weiter gings entlang der Autobahn bis zum Ortseingang Pamplona über eine schöne Stadtbrücke in die Innenstadt. Dort erwartete uns die Casa Paderborn, eine Herberge, die vom Verein „Freundeskreis der Jakobuspilger Paderborn“ geführt wird und uns sehr nett willkommen hieß. Nach Tagen des Englisch-Sprechens, was wir selbst mit deutschen Mitpilgern auf dem Weg betrieben, war es sehr angenehm, deutsche Stimmen um uns zu hören.

im Tagebau

im Tagebau

Nach diesem Tag machten wir den geplanten Zwischenstopp in Pamplona, natürlich an einem Sonntag, da wir es für nicht angemessen hielten, auch hier zu wandern. Schon in der Bibel heißt es ja, dass sich da schon ganz andere Leute eine Auszeit genommen haben. Andere Stimmen behaupten allerdings, dass wir an diesem Tag sowieso nichts mehr geschafft hätten. Leider lässt sich diese These aber nicht mehr beweisen.

Casa Paderborn

Casa Paderborn

Außerplanmäßig war allerdings, dass wir statt einem billigen Hotel, das wir aufgrund einer Namensänderung nicht mehr gefunden haben, in einen 4-Sterne-Palast mit Sauna eingecheckt haben. Das war der nächste Rückfall in die Luxus-Gesellschaft, aber wie sich am nächsten Tag herausstellte war es genau das richtige, um für die nächsten Etappen vorbereitet zu sein.

Nach ausgiebigen Frühstücksbuffet verspäteten wir uns natürlich beim Aufbrechen zur vierten Etappe, holten dies aber durch hohes Tempo und wenig Pausen wieder auf. Die Etappe führte uns durch einen hochgelegenen Windpark. An der höchsten Stelle trafen wir tatsächlich auf Pilger, die noch langsamer unterwegs waren als wir, obwohl sie Gepäckesel dabei hatten. Bevor wir aber auch einrosteten, haben wir uns dann doch lieber wieder auf den Abstieg gemacht.

langsame Pilger, wir versuchen zu helfen

langsame Pilger, wir versuchen zu helfen


Aussicht vom Windpark

Aussicht vom Windpark

An die fünfte Etappe habe ich leider kaum Erinnerung und auch kaum Fotos. Waren wir endlich im Pilgermodus angekommen? Konnten wir die Landschaft und unsere Mitpilgerer nicht mehr sehen? Oder hatten wir da gerade den Warnhinweis für Pilger übersehen oder gar zu ernst genommen? Man weiß es ist.

tanzende Pilger

tanzende Pilger

Dagegen habe ich an die sechste Etappe ausgezeichnete Erinnerung, was zum einen daran liegt, dass es unsere letzte Etappe war und einige Mitpilgerer schon neidisch waren, dass wir es hinter uns hatten. Aber auch da es der erste und einzige Regentag war und wir das Wunder gesehen haben!

das Wunder! Der Weinbrunnen

das Wunder! Der Weinbrunnen

Ein Brunnen, der statt Wasser Wein spendet. Selbst wenn wir hier nicht die Schlussetappe geplant hätten, fragt man sich doch, warum der Jakobsweg noch 26 Etappen mehr hat, wenn man es hier schon geschafft hat, aus Wasser Wein zu machen. Mehr kann doch da gar nicht kommen.

Von da aus hatte unsere Tour ein schönes Ende mit vollen Wegflaschen genommen und wir konnten die Etappe leicht und locker, naja mit schwindenden Vorräten und Nachmittagstemperaturen von 30 Grad nicht mehr ganz so locker, bestreiten.

Alles in allem war es eine interessante Tour, die uns durch viele Bekanntschaften aus verschiedensten Ländern in Erinnerung bleiben wird. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter den Pilgern war hervorragend. Bleiben wird ebenso das stolze Gefühl, die Schmerzen besiegt zu haben und trotz bescheidener Lebensweise, jedenfalls die meiste Zeit, unser Ziel erreicht zu haben.

Hier kann man nur jedem empfehlen, einige Etappen in Spanien zu bestreiten, da man hier eine richtige Pilgerbewegung kennenlernt und einschätzen kann, ob man irgendwann den gesamten Weg gehen möchte. Allen, die die weiteren Etappen machen möchten, wünsche ich einen „Buen Camino“.

02. u. 03.09.2015 D05 bis D08 von Oberdischingen nach Ravensburg mit dem Fahrrad

Stempel

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht jede Kirche auf dem Weg hatte einen Pilgerstempel, doch bei 11 Kirchen waren wir erfolgreich.

D05 Von Oberdischingen nach Äpfingen

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Am Jakobushaus in Oberdischingen einer schmucken kleinen Stadt an der Donau starteten wir unsere Reise. Auf unserer ersten Etappe begleitete uns die Riß, ein etwa 50 Kilometer langer Nebenfluss der Donau sie entspringt im Gebiet der großen europäischen Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Der Jakobsweg ist nun bis Biberach am Verlauf der Riß orientiert geführt. In Schimmerberg erwartete uns nicht nur ein steiler Anstieg zur Kirche hinauf auch ein Storchenpaar beobachtete uns sehr genau. Nicht nur der Pilgerstempel von Schimmerberg ist wunderschön, auch die alten Bauerngärten sind eine Augenweide.

 

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In Äpfingen kann ich allen die gut und sehr preiswert essen möchten den dortigen Gasthof. Es gab wunderbare Linsen und Spätzle mit Saitenwurst und Speck

D06 von Äpfingen nach Steinhausen

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Nach der Besichtigung der Kirche in Äpfingen weist die Jakobsmuschel den Weg südlich nach Laupertshausen. Bald konnten wir einen Betonplattenweg verlassen – hier, am Waldrand, ein schöner Blick zurück -, und es geht in ein Bachtal hinab, dann am Grund in den Wald hinein, der uns bis nach Laupertshausen begleitet. Dort geht es dann in westlicher Richtung weiter, wieder durch viel Wald, über Mettenberg nach Biberach an der Riß.

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Die Kirche in Biberach ist wie das Eis einer Empfehlung wert.

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In Steinhausen erwartete uns die schönste Dorfkirche der Welt. Steinhausen gehört verwaltungstechnisch zu Bad Schussenried, ist aber aus eigenem Recht bekannt für seine spätbarocke Wallfahrtskirche Sankt Peter und Paul, die oft als die „schönste Dorfkirche der Welt“ bezeichnet wird. Unbestreitbar ist die von Dominikus und Johann Baptist Zimmermann im 18. Jahrhundert gestaltete Kirche eines der großen Meisterwerke des Rokoko. Sie wurde vielleicht mit so großer Sorgfalt geschaffen, weil Steinhausen schon seit dem 14. Jahrhundert ein bedeutender Marienwallfahrtsort war.

D07 von Steinhausen nach Bad Waldsee

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Aus dem Zentrum führt der Jakobsweg uns über die Barockstraße wiederum in südliche Richtung. Schnell geht es aber auf einen Feldweg und dann hinauf in den Wald zum Franzosengrab, das an eine Schlacht des Dreißigjährigen Krieges erinnert und zu einem Aussichtspunkt auf der Höhe. Weiter geht es durch den Forst, später auch durch Wiesen nach Winterstettenstadt, ein im Mittelalter florierendes Städtchen, das dann aber an Bedeutung verlor.

Wir blieben die gesamte Strecke auf dem Jakobusweg, daher gab es mit den Rädern doch das eine oder andere Hindernis, Anstiege, Absperrungen vor allem aber herrliche Landschaften.

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Gegen Abend erreichen wir das wunderschöne Städtchen Bad Waldsee nach einer kleinen Rundfahrt und Besichtigung übernachteten wir im  Grünen Baum.

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D08 von Bad Waldsee nach Ravensburg

Eine wunderschöne aber auch sehr anstrengende Etappe durch viele Waldwege, Trampelpfade und Anstiege.

Von Bad Waldsee geht es wieder in südlicher Richtung. Über einen Stationenweg geht es dann die Frauenbergstraße hinauf zur Frauenbergkapelle und von dort weiter in den Wald.

Von Köpfingen geht es über die Felder in Richtung Weingarten. Außerhalb des Waldes haben wir bald einen Blick auf die Basilika von Weingarten. Die Basilika St. Martin ist die größte Barockkirche Deutschlands und Teil des berühmten Klosters Weingarten, wo heute eine kleine Benediktinerabtei und Teile der Pädagogischen Hochschule Weingarten sowie der Diözesanakademie beheimatet sind. Weiter ging es nach Ravensburg wo wir nach eine anstrengenden Etappe erst einmal unseren Hunger und Durst stillen mussten.

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Zum Abschluss gab es dann auch etwas Regen, der uns die Heimreise leichter antreten lies.

21.06.2015 Etappe D02 Giengen-Nerenstetten und Etappe D03 Nerenstetten-Ulm

Wir, Claudia und Natalie, starteten unseren Jakobsweg-Fahrradpilgertag am Aalener Bahnhof. Von dort ging es zunächst mit dem Regionalexpress nach Giengen. Am Parkplatz des Steif-Museums starteten wir unsere erste Etappe nach Nerenstetten. Leider mussten wir gleich auf den ersten Metern feststellen, dass der Jakobsweg nicht immer fürs Rad geeignet ist. Wir ließen uns nicht abschrecken, haben unsere Räder über das erste Stück unbefestigten Weg geschoben und wurden anschließend mit einem schönen Wanderweg entlang von Feldern und Wiesen belohnt.

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Vorbei am Jakobswegle und den Charlottenhöhlen fuhren wir über Sontheim weiter in Richtung Nerenstetten.

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Kurz nach dem ersten Etappenziel Nerenstetten, hat sich an einem Erdbeerfeld eine super Möglichkeit für eine kleine Pause ergeben. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, ein paar Erdbeeren zu probieren.

CIMG0196Frisch gestärkt setzten wir unsere Pilgerfahrt nach Ulm fort. Es lagen noch mehr als 20 km vor uns. Das Wetter spielte weiterhin mit, allerdings mussten wir bei zunehmendem Gegenwind verstärkt in die Pedale treten. Am frühen Nachmittag erreichten wir nach insgesamt 50 km das Ulmer Münster, unser Endziel für diese Pilgerfahrt. Dort haben wir uns auch unseren Pilgerstempel geholt. Zum Abschluss dieses schönen Tages genossen wir im Pfannenkuchenhaus im Fischerviertel noch einen leckeren Pfannenkuchen.

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31.07.2015 Etappe S09 Brünig-Hasliberg nach Brienz

Am Freitag, den 31. Juli 2015, wurde der Tag früh begonnen, denn wir, Luca, Leonie, Leon, Irina und Michael, hatten etwas Besonderes vor: Es sollte nach viereinhalb Stunden Autofahrt in die Schweiz auf die gut 10 Kilometer lange Etappe des Jakobswegs zwischen Brünig-Hasliberg und Brienz gehen. Um das Unternehmen zu einem Erlebnis für alle zu machen, haben wir es gut vorbereitet. Um nach der Wanderung etwas Ruhe geniessen zu können, wurde eine Jugendherberge in Brienz gebucht, Bahnverbindungen ermittelt, damit das Auto wieder geholt werden kann und natürlich auch nach Geocaches geschaut, die sich auf unserem Weg versteckt halten. Aber von vorn:

Um kurz vor sieben ging die Fahrt in die Schweiz los. Nach einer Stunde der erste Schreckmoment: Die Roller für die Kleinen sind vergessen worden. Erste Überzeugungskünste waren nötig, um diesen Fehler den beiden als harmlos zu verkaufen („…auf den Feldwegen könnt ihr eh nicht fahren…“). Nachdem das geschafft war und auch die ersten Beschwerden über die Fahrtdauer von der hinteren Bank gekontert waren, wurden wir mit sehr schönen Landschaftsanblicken belohnt.

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In Brünig-Hasliberg angekommen wurden wir mit Problemen konfrontiert, die wir nicht auf der Rechnung hatten: Wo stellt man in einem Dorf, das von Bergen „eingeklemmt“ ist und gerade Platz für einen Gehweg hat, das Auto ab? Parkplätze könnte man hier zu Höchstpreisen vermieten! Also sind wir etwas ausserhalb an einen Wald gefahren, wo auch schon andere Autos standen. Nun sollte es wirklich losgehen. Um ca. 13 Uhr konnten wir unsere Etappe starten. Frohen Mutes packten wir unsere Sachen und gingen zum Startpunkt, um erste Fotos zu machen.

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Die ersten Meter ging es noch bergauf, um an den höchsten Punkt der Etappe bei 1080m zu kommen. Dies ging eigentlich recht zügig, forderte aber auch Opfer:

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Beschwerden wurden bereits nach dieser ersten halben Stunde laut: Über die doppelte Länge wie letztes Mal, den fehlenden Grillplatz am Ende und somit auch kein Bedienungsservice, den Luca für alle machen kann. Nach einer kurzen „Intensiv-Versorgung“ mit Müsli-Riegel und Getränken waren aber alle wieder kräftig dabei:

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Während des Aufstiegs freuten wir uns alle darauf, dass es danach nur noch bergab gehen sollte. Wenn wir gewusst hätten, wie sehr bergab es geht… Aber zunächst waren alle froh, oben zu sein.

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Nach erfolgter Pause sollte es an den Abstieg gehen, bei dem wir immer wieder erinnert wurden, dass es gut war, dass wir die Roller vergessen haben. Der Weg führte auf dem gefühlt direkten Weg steil den Berg hinab durch den Wald. Die Bäume hatten keine Möglichkeit mit ihren Wurzeln in den Fels einzudringen, somit blieben sie an der Oberfläche und waren mal Stolperfallen, mal willkommene Treppen. Und wieder waren wir dankbar, die Roller vergessen zu haben…

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Nachdem der Wald durchquert war, haben wir auch wieder erste Spuren der Zivilisation und somit auch befestigte Wege vorgefunden, was wir als sehr willkommen empfanden. Aber die An- und Ausblicke auf dem bisherigen Stück waren einzigartig:

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In Brienzwiler, dem ersten Dorf auf unserer Strecke, gab es neben unserem ersten Pilgerstempel in einer schönen Holzkirche auch eine Pilgerherberge. Dort wurden wir sehr nett empfangen und mit Gebäck und Getränken versorgt.

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Unsere Gastgeber während der kurzen Pause:

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Nach der Stärkung und einer netten Unterhaltung setzten wir unsere Wanderung fort.

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Auf unserem weiteren Weg zum Brienzersee, den wir schon seit einiger Zeit von weitem erblicken konnten, waren die Vorbereitungen zum Schweizer Nationalfeiertag am 01. August nicht zu übersehen.

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Schließlich waren wir in Brienz angekommen. Unser Weg führte aber noch am See entlang in die Ortsmitte. Dieses Stück war zum Abschluss sehr angenehm, es gab keine Steigung oder Gefälle, der Uferweg war befestigt und die Aussicht einmalig.

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Zum Abschluss nach ca. 6,5 Stunden Wanderung holten wir uns noch den zweiten Pilgerstempel in der Dorfkirche ab.

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Nach dem wohlverdienten Abendessen suchten wir die Jugendherberge auf. Dort angekommen waren alle froh über ihr Bett.

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Am nächsten Tag wurde gut gefrühstückt, um anschließend die Rückreise anzutreten. Jedoch nicht ohne noch ein letztes Foto dieser herrlichen Gegend zu machen.

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Es war für alle ein tolles Erlebnis (Zitat Leonie während der Wanderung: „Das ist voll cool hier!“), wir durften viele tolle Eindrücke sammeln und das schöne Wetter genießen. Es war mal ein anderer Familienausflug und eine Erfahrung, die keiner von uns missen möchte. Okay, vielleicht Luca…

Irina Steinbrecht und Michael Häseler

 

31.05.2015 von Markdorf nach Konstanz

Bei herrlichem Frühlingswetter starteten wir am 31. Mai gegen 11 Uhr am Bahnhof unseren ersten Pilgertag.

AuP1000794sgerüstet mit einem neuen Rucksack, in dem –hoffentlich – alles Notwendige verstaut war, machten wir uns auf den Weg.

Ab jetzt folgten wir den gut ausgeschilderten Jakobsweg mit der Muschel  Richtung  Meersburg. Sehr schnell ließen wir den Straßenlärm und die  übliche Alltagshektik hinter uns.

Wir hörten nur das Geräusch unserer eigenen Schritte, das Rauschen des Windes und hin und wieder das Singen der Vögel. Über Feld und und Flur, an kleinen Mischwälder und Obstplantagen

Vorbei kamen wir bei überwiegend ebenen Gelände gut voran. Vor allem die kleinen Dinge am Wegesrand wie Wildkräuter, Blumen, Insekten aber auch die stillen Momente und besonderen Augenblicke beim Wahrnehmen der Natur fanden immer mehr unsere Beachtung.

Langsam kamen wir dem „P1000736Schwäbischen Meer“ näher. Wir spürten dies nicht nur an langsam steigenden Temperaturen sondern auch an den ersten mit Netzen abgedeckten Weinreben sowie den zunehmenden Obstplantagen. Dort sahen wir auch viele Wein- und Obstbauern, die emsig Ihrer Arbeit nachgingen. Immer stärker spürten wir jetzt auch unseren Rucksack und machten uns Gedanken, ob wir evtl. zu viel mitgenommen haben. Nach einer gemütlichen Rast gingen wir wieder gestärkt über überwiegend hügeliges Gelände, bevor wir erstmals den schönen Bodensee vor uns liegen sahen. Durch die Vororte von Meersburg liefen wir in Richtung Hafen. Auf dem Deck des Schiffes  Richtung Konstanz erwartete uns eine angenehme frische Brise und viel Sonnenschein. Viel zu schnell waren wir in Konstanz angekommen. Zuerst buchten wir ein Zimmer in Kreuzlingen, nachdem in Konstanz aufgrund einer Segelregatta alle Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht waren.

Bevor wir uns auf den Weg in Richtung Kreuzlingen aufbrachen, gingen wir ins Konstanzer Münster. Dort fanden wir mit freundlicher Unterstützung des Mesmers viele Spuren vom heiligen Jakobus. Beeindruckt waren wir auch von dem wunderbaren Kreuzgang und den leuchtenden Fensterbilder im Münster.P1000777

Nach Abholung unseres ersten Pilgerstempels liefen wir die letzten Kilometer unserer ca. 25 Kilometer zu unserer Pension nach Kreuzlingen und waren froh, dass wir unser erstes Etappenziel mit vielen bleibenden Eindrücken und einigen Begegnungen erreicht haben.

 

 

 

Karl Groß

31.05.2015 „von Fleinheim bis nach Giengen“

GEO DATA Mitarbeiter-Event „Reisebericht“

 

31.05.2015 „von Fleinheim bis nach Giengen“

 

Von der ersten Etappe waren noch ein paar Kilometer von Fleinheim bis nach Giengen offen. Am Sonntagmorgen des 31.05.2015 haben die Familien Feil und Hegele die restlichen Kilometer der ersten Etappe zurückgelegt.

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Der Jakobsweg führt nicht immer auf befestigten Wegen, kleinere Teilstücke können schon mal auch wie man oben sieht auf zugewachsenen Untergrund verlaufen.

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Am höchsten Punkt im Landkreis Dillingen in der Nähe des Windparks Zöschingen führt der Weg nach Syrgenstein. Auf der Anhöhe  wie man auf dem Bild erkennen kann, gibt es eine wunderschöne Ruhebank mit herrlicher Aussicht für eine kleine Pause.

Die Stempel für den Pilgerpass wurden natürlich auch abgeholt in Kirche in Staufen und in der evang. Kirche in Giengen an der Brenz. Dort erklärte uns eine nette Dame, das hier eine heute einzigartige Orgel um 1905 der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link eingebaut wurde und führte uns die einzigartig schwenkbare Bänke vor.

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Kurz vor den Toren Giengens findet man auf den Heidehöhen diese beiden Tafeln über den Jakobsweg. Passend zu unserem Motto 25 Jahre GEO DATA / 2500 km Jakobsweg. Die Etappe endet am Parkplatz des Steif-Museums.

 

 

 

 

19.04.2015 „Das Jakobswegle“

Vor dem Prologlauf
Liebe Kollegen, einige wissen es sicherlich, dass 15
Andreas von Marées und Uwe Jacob immer wieder einmal auf kurzen Wanderungen unterwegs sind und die Schwäbische Alb erkunden. Angeregt vom großen geplanten Ereignis, dem GEO DATA Mitarbeiter-Event, haben wir uns schon einmal auf den Weg gemacht und waren ein Stück auf dem Jakobsweg unterwegs.

Der Weg und das Ziel
Sonntag, der 19.04.2015 war ein schöner sonniger Frühlingstag und 16
mit 14° Celsius hatten wir bestes Wanderwetter. Mit dem Auto fuhren wir Richtung Giengen, genauer gesagt zum Parkplatz Charlottenhöhle der direkt an der Kreisstraße K3020 zwischen Hürben und Hermaringen liegt. Es erwartete uns ein besonderes Wandererlebnis, das Jakobswegle“. Hier ist die Strecke von Giengen
nach Santiago de Compostela im Maßstab 1:1000 auf 2,5 Kilometern nachgebaut. Unsere Wanderung führte uns auf einen 4,2 Kilometer Rundweg um den Kagberg bei Burgberg. Außerdem gibt es noch eine 1,7 Kilometer lange Wanderstrecke, die auf dem Original-Jakobsweg liegt. Das Jakobswegle ist sozusagen ein „Pilgerweg in Miniatur“. Auf Schautafeln entlang des Weges findet man Wissenswerte zur Pilgerroute, Geschichten, Legenden und Sinnsprüche. Stempeljäger, können sich im „Höhlenhaus“ am Parkplatz einen speziellen Jakobswegle-Stempel als Souvenir holen. Außerdem gibt es Gastronomie und für Kinder einen Höhlenspielplatz. Wer mehr Input braucht, sollte dem Link http://www.jakobswegle.de folgen.

Vom Sinn und Sein
Wir wurden von anderen Pilgern angesprochen und haben interessante Informationen bekommen.
Einen Pilger trafen wir auf dem Wanderweg, er erzählte uns von seiner Pilgerreise einer speziellen
Route durch Portugal. Ein anderer Pilger hat im „Höhlenhaus“ seinen Pilgerpass ausgestellt, mit
vielen Stempeln und persönlichen Ratschlägen.

Privates
Andreas hat einen Pilgerstab geschnitzt. Ein Schweizer Taschenmesser hat gute Dienste geleistet.
Uwe hatte Osterfladen dabei, denn Hunger ist schlimmer als Heimweh.

Soviel von unserer Seite aus.
Grüße von Andreas und Uwe

01.05.2015 „Der Prologlauf“

Freitag, der 01.05.2015. Die ganze Woche war es sehr schön und warm. Der Wetterbericht hatte zwar Regen und kühles Wetter vorhergesagt, doch ich schenkte diesem keinen Glauben, da er in den letzten Tagen wiederholt Regen gemeldet hatte.

Doch am Morgen als ich zum Fenster hinausschaute war ich wenig entzückt und nach mehreren Telefonaten war klar, dass alle Frauen und Kinder an dem regnerischen und kühlen Morgen keine große Lust hatten sich ins Freie zu begeben.

Also viel der Prologlauf leider dem schlechten Wetter zum Opfer. Da mein Freund Dr. Ludwig Hegele die Tour bis ins Kleinste geplant und den Prologlauf angekündigt hatte, haben wir uns beide kurzer Hand entschlossen aus dem Prologlauf eine  Prologfahrt zu machen.

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Von unserem Firmensitz in Westhausen ging es über Westerhofen zur Kapfenburg hoch und weiter über das Kugeltal nach Beuren. Von Beuren führte uns der Weg durch das Naturschutzgebiet Dellenhäule über Elchingen ins Dossinger Tal bis zum Grillplatz am Rückhaltebecken.

Leider fiel das Grillen ins Wasser – 🙂

Nach einer kleinen Trinkpause und Erwärmung der Hände radelten wir über Ohmenheim nach Maria Buch. Dort sind wir dann in den Jakobsweg – von Nördlingen kommend -eingestiegen und dieser führte uns direkt zum Kloster Neresheim. Wo wir dann nach 36 Kilometer völlig durchnässt von unseren Frauen mit trockenen Kleidern erwartet wurden und sie dafür in die Kanne in Ohmenheim zum Essen einladen durften.

Soviel zum Prologlauf bzw. -fahrt

Rudi Feil